120 stolze Jahre Sport und Tradition

Ein Einblick in die Vereinshistorie des Schützenkranz München-Moosach e.V.

Anno 1888 beginnt die Geschichte des Schützenkranz München- Moosach e.V., als sich in der damals noch selbstständigen Gemeinde Moosach vor den Toren Münchens einige gestandene Männer zusammenfanden, um eine Schützengesellschaft zu gründen. Erstes Schützenheim war die Gaststätte Schweiger Wirt in der Pelkovenstraße 57.

Der Beginn des ersten Weltkrieges 1914 mit seinen vielen Einberufungen brachte für viele Mitglieder großes Leid. Der Schießbetrieb im Verein musste fast eingestellt werden. Doch Schützenmeister Schwarzer hatte die Vereinsführung fest im Griff und so konnte nach Kriegsende der Schießsport wieder aufgenommen werden. Im Jahr 1923 konnte die Vereinsfahne eingeweiht und mit einem großen Festschießen gefeiert werden. Ein einschneidendes Ereignis in der Vereinsgeschichte war der Beschluss vom 24. Juni 1931, in dem die Eingliederung des Schützenbundes Moosach (zweiter Schützenverein in Moosach) in den Schützenkranz Moosach beschlossen wurde. Mit einem großen Festschießen wurde dieses Ereignis gebührend gefeiert.

Zu Beginn des dritten Reiches zogen dunkle Wolken auf. Aufgrund von laufenden Einberufungen kam das Vereinsleben fast zum Erliegen. Bei einem Luftangriff am 3. März 1943 wurde das Vereinsheim, die Gaststätte »Gärtnerheim« samt Inventar und Vereinsfahne vollkommen zerstört. An die Ausübung des Schießsports war nicht mehr zu denken. Nach Kriegsende wurde von der amerikanischen Militärregierung jegliches Vereinsleben verboten. Alle Schützenvereine mussten ihre Waffen abgeben und der Schützenkranz Moosach wurde zwangsweise aufgelöst.

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Am 18. August 1951 berief der damals noch amtierende Schützenmeister Johann Geltinger eine Besprechung im Alten Wirt ein. Die zwölf anwesenden Schützenbrüder regten einen Wiederanfang des Schützenkranzes Moosach an und dieser wurde am 1. September 1951 bei einer Wiedergründungsversammlung einstimmig beschlossen. Neues Schießlokal wurde der Alte Wirt an der Dachauer Straße.

 Am 25. Mai 1957 erfüllte sich für den Schützenkranz ein langgehegter, aber bis dahin nicht erfüllbarer Wunsch, wieder eine Vereinsfahne sein Eigen zu nennen. Die Schützen baten die frühere Schützengesellschaft »Eichenkranz Ludwigsfeld«, dessen Vereinsleben nach 1945 nicht wieder auflebte, ihre Fahne unter Wahrung der Tradition dem Schützenkranz Moosach zu überlassen. Beim damaligen Endschießen erfolgte die feierliche Übergabe der Fahne. Die anwesenden Ludwigsfelder Schützenkameraden wurden mit Überreichung der goldenen Ehrennadel zu Ehrenmitgliedern des Schützenkranzes ernannt.

 1972 wurde wieder eine Jugendgruppe gegründet und 1984 wurde der Schützenkranz München Moosach auch für weibliche Mitglieder geöffnet. 30 Jahre begleitete die vom Eichenkranz Ludwigsfeld überlassene Fahne den Schützenkranz. Doch der Zahn der Zeit hatte trotz größter Sorgfalt und Pflege sehr an ihr genagt und unübersehbare Spuren hinterlassen. So beschloss die Generalversammlung am 15. Januar 1986, dass die bisherige Schützenfahne in ursprünglichem Aussehen neu aufgelegt werden soll. In einem Festakt wurde am 26. April 1986, unter großer Anteilnahme aller Vereine, der Bevölkerung, sowie der Patengesellschaft Armbrustschützengilde Frundsberger Fähndl«, der neuen Fahne durch Stadtpfarrer Franz L. Gahr die kirchliche Weihe gegeben.

 1988 konnte eines der schönsten Feste eines jeden Vereinslebens, das 100-jährige Bestehen, gefeiert werden. Doch nur wenige Jahre danach wurde dem Schützenkranz Moosach seine bisherige Herberge, der Alte Wirt gekündigt. Die befreundeten Schützen von Eintracht Karlsfeld nahmen die Moosacher in die Schießanlage des Karlsfelder Bürgerhauses auf. Im Herbst 1994 war es dann soweit. Am 29. Oktober fiel der erste Schuss im neuen Vereinsheim des Schützenkranz Moosach, an der Saarlouiser Straße, das dank vieler Helfer und durch grosszügige Spender binnen eineinhalb Jahren fertiggestellt worden war. Am 30. April 1995 wurde es feierlich eingeweiht.

120 Jahre Schützenkranz München- Moosach, reich ausgestattet an sportlichen Erfolgen, bilden einen beachtenswerten Teil in der traditionsreichen bayrischen Schützengeschichte, aber auch in der Geschichte des Stadtteils Moosach. Durch den Stellenwert als Moosacher Tradtionsverein hat der Schützenkranz weitere Patenschaften, 1997 zum 100-jährigen Jubiläum des Trachtenvereins D’Loisachthaler Stamm und 1998 der Schützengesellschaft Eintracht Karlsfeld, übernommen. Durch die unermüdlichen Bemühungen des ersten Schützenmeisters Josef Kaiser der sich immer wieder um alle Belange des Vereins kümmert, konnte Anfang 2003 mit dem Erweiterungsbau für sechs weitere Stände für Luftdruckwaffen und Zimmerstutzen begonnen werden. Doch das wirkliche Novum befindet sich im Kellergeschoss des Neubaus.

 Hier betritt der Schützenkranz Moosach echtes Neuland, denn erstmalig in der Vereinsgeschichte haben die Schützen nun einen eigenen Schießstand für weitere olympische Disziplinen. Für die Distanzen 25 m (Sportpistole) und 50 m (Freie Pistole sowie Kleinkalibergewehr) stehen nun fünf Stände mit modernster Lüftung und Sicherheitstechnik zur Verfügung. Nach dem bereits einige erfolgreiche Moosacher Schützen in die höheren Leistungsregionen des Schützensports vorgedrungen sind, kann die Anlage ungeahnte Möglichkeiten eröffnen. Nach fast dreijähriger Bauzeit konnten die neuen Schießstände am 30. Juni 2007 offiziell eingeweiht werden. In Vertretung von Herrn Monsignore Martin Cambensy meinte Herr Kaplan Albert Hack, die Moosacher Schützen verstehen es nicht nur kollektiv zu arbeiten, sondern das Erreichte auch standesgemäß zu feiern.

 
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